Die Vorgehensweise

Wenn man in alten Schriften über Stimmbildung blättert, ist man verblüfft über den Nachdruck auf die Vorbereitung der Stimme bevor auch nur eine technische Übung zum Zuge kommt: weder Verzierungen, noch Triller, Mordente, oder die einfachste Tonleiter — zuerst braucht man eine perfekte Legatolinie, indem die Stimmregister ausgeglichen und über den gesamten Stimmumfang miteinander vereinigt werden: das schwächere Register ausfindig machen, isolieren und durch spezifische Übungen unabhängig vom anderen kräftigen; schließlich beide wieder zusammensetzen, bis dies ohne Brüche gelingt (Manfredini).

Reid erklärt: Jeder Ton wird durch lange/dünne oder kurze/dicke Stimmlippen erzeugt; die Festigkeit der Stimmlippen ist Resultat zweier voneinander unabhängiger Muskelsysteme. Diese werden vom autonomen Nervensystem gesteuert, sind also dem Willen unzugänglich. Man kann man sie aber durch spezielle Übungen unabhängig voneinander stimulieren. Es entsteht der dramatische, starke, solide, raue, maskuline Klang des Brustregisters, oder der verhauchte, lyrische, flexible, feminine des Falsettes. Dies gilt für weibliche und männliche Stimmen, der Übergang von einer Registerdominanz zur anderen liegt beim eingestrichenen E. Einmal ausgeglichen kann man die Register zusammen entwickeln; so entstehen die Brust- und Kopfstimme, Merkmale der lyrischen und dramatischen, starken und flexiblen, mächtigen und schönen Stimme mit bruchlosen Umfang … Yin und Yang.

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